Über Dipty
„Was Kinder betrifft, betrifft die Menschheit!“ (Maria Montessori). So oder so ähnlich lautet der Leitspruch des Projekts Dipty. Der Name Dipty leitet sich übrigens vom lateinischen Wort „diptychum“ ab, was so viel bedeutet wie „kleine Schreibtafel“. Das passt, wenn auch die Römer dabei noch nicht an einen kleinen Laptop mit Touchscreen gedacht haben :-)
Das Projekt ist aus der erschreckenden und ernüchternden Tatsache heraus entstanden, dass im Jahr 2008 Kinder erstmalig in Deutschland gesetzlich vor Gewalt, Sex und anderen Dingen auf Computern geschützt werden sollen. Interessante Angebote würden die Aufmerksamkeit von ganz alleine in andere Richtungen lenken. Aber selbst im Jahr 2009 gibt es, neben rund 4 Millionen verkauften Spielekonsolen pro Jahr, mit einem geschätzten Umsatz von knapp 1 Milliarde Euro, in Deutschland keinen echten Kinder-Computer und kein ernst zu nehmendes Konzept, Kinder unbesorgt an Computern spielen oder arbeiten zu lassen.
Unglaublich aber wahr: In einer so unglaublich kommerziell gewordenen Gesellschaft und einer inzwischen so abgezockten Branche wie der IT-Branche, hat noch niemand einen richtigen Computer für Kinder entwickelt. Das auf dem deutschen Markt erhältliche Gerät aus Kunststoff zählen wir nicht mit und der OLPC ist hier so gut wie nicht zu bekommen.
Der Leitgedanke bei Dipty ist es nicht, eine eigene möglichst bunte und niedliche Welt für Kinder auf Computern zu schaffen. Dipty soll die Komplexität des Umgangs mit Computern und die Gefahren beim Bewegen im Internet reduzieren und die Kinder vereinfacht an die reale Welt heranführen. Die Kinder sollen in einer vereinfachten aber nicht völlig anderen Umgebung den Umgang mit dem Medium Computer lernen. Und natürlich sollen die Kinder lernen und spielen – mit und auf dem Computer. Ein weiterer ganz wichtiger Punkt ist die Förderung der Kreativität am Computer. Dipty soll Kinder für Computer interessieren und ein Verständnis des Mediums Computers vermitteln, das nichts zu tun hat, mit stundenlangem, täglichen Spielen von „Jump and Run“-Spielen oder „Ego-Shootern“.
Aber warum brauchen wir nun noch eine weitere Suchmaschine für Kinder-Webseiten oder ein internetbasiertes sicheres soziales Netzwerk für Kinder? Weil aus unserer Sicht 104 anklickbare Elemente auf der Homepage eines in Deutschland führenden Kinderportals ganz einfach zu viel sind. Ganz zu schweigen von der Zahl der dort verwendeten Farben. Und im Bereich der Internet-Kommunikation für soziale Kinder-Netzwerke fehlen Angebote komplett. Dipty bietet erprobte Konzepte von Google und Facebook aus der Welt der Erwachsenen für Kinder adaptiert an. Dipty hat seinem Leitgedanken folgend ein einfaches Layout und bietet einfache Dienste. Dipty versucht nicht noch ein weiteres Kinderportal mit möglichst viel kreativem eigenen Inhalt zu sein. Dipty liefert moderne Internet-Infrastruktur für Kinder, nämlich Gugeln für Kinder plus einem sicheren sozialen Netzwerk für Kinder.
Über Dipty-Suchmaschine, Dipty-Surf-Raum, Virtual Dipty
Nachdem die Idee geboren war und Verbündete für die Programmierung gefunden waren, ging es darum, wie wir das Projekt aufziehen. Insbesondere bezüglich des Themas Geld. Da ein integraler Ansatz des Projekts die Freiheit von jeglicher Werbung ist, scheidet die Finanzierung über Werbeeinahmen aus. Damit finanzieren sich die meisten aller Internetangebote. Nachdem zuerst also alles kostenfrei geplant war, ergaben sich schnell Zweifel, dass wir das durchhalten könnten. Besonders wenn man an die Infrastrukturkosten für Traffic und Server denkt. Aber auch die ständig anfallenden Aufwände für die redaktionelle Pflege wollen finanziert sein. Und einfach mal so eine Weblösung starten, ohne konkret über die Finanzierung nachgedacht zu haben, war nicht unser Ding.
Wir haben bisher geschätzte vier Mannjahre plus einer Reihe weiterer Kosten in das Projekt investiert. Es stellt sich die Frage, warum wir eigentlich alles kostenfrei anbieten müssen. Aber klar ist, es geht nicht ums Geld, sondern das Projekt ist eine Herzensangelegenheit. So ist dann die Idee entstanden, einen Teil unseres Angebots als Premiumdienst kostenpflichtig zu machen, um die anfallenden Kosten für den Betrieb aus dem Projekt selbst finanzieren zu können. Denn wir wollen das Feld nicht solchen deutschen Auswüchsen wie der FSK überlassen. Aber auch viele öffentlich geförderte Projekte haben leider neben rauschenden Champangerparties nichts Nennenswertes hinbekommen. Und Projekte wie Blindekuh sind toll und richtungweisend, aber es fehlt aus unserer Sicht doch am ein oder anderen Ende.
Die Vermarktung von Onlinediensten ist ein spezielles Thema. Und obwohl unser Team seit 1994 kommerzielles Internet betreibt und vielen Kunden bei Internetprojekten geholfen hat, hat es lange gedauert und viele Irrwege gebraucht, bevor wir Ihnen das, was Sie nun hier vor sich haben, präsentieren konnten (ein Beispiel für agiles Projektmanagement). Sowohl unser sozialer Aspekt, als auch von Anderen vorgemachte realisierte Internetvermarktungskonzepte (Google, Xing), haben uns dazu gebracht, Teile unseres Angebotes kostenlos zur Verfügung zu stellen. Einen Teil des Projekts, nämlich der Vertrieb eines echten Kindercomputers auf Basis des Classmate PC der 2. Generation, haben wir verwerfen müssen, da wir niemanden gefunden haben, der das geschäftliche Risiko mit uns teilen würde. Wir setzen uns aber weiterhin dafür ein, dass es in Deutschland möglichst bald einen echten Kindercomputer, der in alle Kinderzimmer gehört, geben wird. Aus diesem Hardware-Projekt heraus ist Virtual Dipty entstanden. Wir hoffen, dass wir mit Virtual Dipty viele Sorgen von Eltern nehmen können und dadurch mehr Kinder Zugang zum Internet bekommen.
Mit der kostenlosen Vermarktung einiger Dipty-Module gehen wir auch endlosen und nicht zielführenden Diskussionen aus dem Weg. Über Dinge wie was andere Angebote schon können, oder warum man Kinder überhaupt beschützen muss. Eines werden wir aber definitiv niemals implementieren: eine Aufzeichnung dessen, was die Kinder auf dem Rechner tun oder was sie sich anschauen. Wir denken, dass wir diese Freiheit der Kinder unserer eigenen Geschichte schulden. Denn wir sind mit George Orwells 1984 auf der einen und der Stasi auf der anderen Seite der Mauer aufgewachsen.
Über den Dipty-Club (kostenpflichtig)
Wie oben beschrieben, haben wir einen Teil unseres Angebotes kostenpflichtig zum Dipty-Club zusammen gefasst, um das Projekt finanzieren zu können. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Clubs ist, dass rechtlich ein Vertrag mit den Eltern geschlossen wird. Und wir bestehen darauf, dass man erst Mitglied im Dipty-Club wird, wenn man den Bestätigungsbrief angenommen und dafür unterschrieben hat. Viele Angebote im Internet, wie z.B. ebay, leiden aus unserer Sicht daran, dass nicht nachvollzogen werden kann, mit wem man sich gerade unterhält oder Geschäfte machen will. Beim Dipty-Club wird es niemanden namens „Gulli123“ geben. Und jeder weiß, dass sich hinter einem Namen ein reales Kind verbirgt.
Über PG Consulting GmbH
Die Firma PG Consulting Unternehmens- und DV-Organisations-Beratung GmbH wurde Ende 1981 vom geschäftsführenden Gesellschafter, Herrn Klaus-Jürgen Pfenning in Köln gegründet. Gegenstand des Unternehmens war die Erbringung von Beratungsleistungen rund um die EDV. Seit der Übernahme der Firmenanteile Anfang 2007 durch Dieter Pfenning entwickelt die PG Consulting GmbH Dipty.
Das technische Kern-Team hinter Dipty besteht aus drei Mitstreitern die zusammen rund 45 Jahre (im Jahr 2009) Internet-Erfahrung mitbringen. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit aus der Historie dient heute beim Burda-Konzern als Basistechnologie aller Internetauftritte. Hinzu kommen weitere redaktionelle Mitstreiter, die unter anderem die zahlreichen Einträge der Whitelist pflegen und erweitern.
Viel Spaß beim Gugeln für Kinder mit Dipty!
Dieter Pfenning, im November 2009
[ Dieter Pfenning, zuletzt bearbeitet am 4. November 2009 14:23 ]

